BUSINESS BAVARIA Ausgabe 12 | 2010
Top Themen dieser Ausgabe
Aus Bayern, für die USA: das weltgrößte Solarkraftwerk
Die 1998 gegründete Solar Millennium AG mit Sitz in Erlangen wird in Blythe, Kalifornien ein großes Solarkraftwerk errichten.
Bayern aktuell - Neue Repräsentanten in Zürich und in New York
Fünf Minuten mit …
Thomas Jaenisch von myboshi.net
Sie sind ein gefragtes Produkt „made in Bavaria“: Man trägt sie auf dem Kopf – und sieht cool dabei aus.
Neues aus dem Freistaat
Bayerische Schmankerl: Sie schmecken auch der Umwelt
Bier, Lebkuchen, Senf, Käse … Bayern kann mit einer Vielzahl typischer Schmankerln aufwarten.
Kreativität: die Kraftquelle der bayerischen Wachstumsmaschine
2010 war für Bayern erneut ein Jahr von starkem Wachstum – mit einem Plus an Arbeitsplätzen, das in Deutschland seinesgleichen sucht.
Silvester im Freistaat: Wo Bayern es richtig krachen lässt
Aus Bayern, für die USA: das weltgrößte Solarkraftwerk
Die 1998 gegründete Solar Millennium AG mit Sitz in Erlangen wird in Blythe, Kalifornien ein großes Solarkraftwerk errichten. Mit einer Gesamtleistung von 1 Gigawatt soll es umweltfreundlichen Strom für bis zu 750.000 Haushalte erzeugen. Damit ist es das leistungsstärkste Solarthermie-Kraftwerk der Welt.
Jetziger Rekordhalter ist der Andasol-Komplex in Südspanien. Er wurde ebenfalls von Solar Millennium entwickelt und war der erste seiner Art in Europa. Unter Federführung des bayerischen Unternehmens wird derzeit am selben Standort ein drittes Kraftwerk gebaut, dazu kommen weitere Großprojekte in Spanien und Ägypten.
Funktionsprinzip der Kraftwerke ist die Solarrinnen-Technologie. Dabei wird das Sonnenlicht durch gewölbte Spiegel gebündelt und an Receiverrohre weitergeleitet, die es in Wärme umwandeln und an eine zirkulierende Trägerflüssigkeit abgeben. Alle Kernbauteile sind „made in Bavaria“, genauer gesagt entwickelt und hergestellt im Bayerischen Wald. Die ultra-effizienten Parabolspiegel mit einem Reflexionsfaktor von 93 Prozent werden von der Flabeg GmbH in Furth im Wald produziert, die Receiver stammen von Schott Solar CSP GmbH in Mitterteich/Operpfalz.
Die Entwicklung hochwertiger Glasprodukte für innovative Anwendungen hat im Bayerischen Wald Tradition, ebenso wie der Maschinenbau. Damit erklärt sich die Vorreiterrolle der hiesigen Industrie bei der Konzeption und Realisierung leistungsstarker Solarkraftwerke.
Der Baubeginn für die ersten zwei von vier geplanten Kraftwerken in Blythe wird noch in diesem Jahr erwartet. 2013 sollen die Kraftwerke ans Netz gehen.
Mit diesen Großprojekten behauptet Bayern seine Position als Impulsgeber für die Entwicklung und den Einsatz von Solarkraft. Das Fundament für diese Position bildet die Breite und Tiefe der Solarwirtschaft im Freistaat, die neben Herstellern von Solarsilizium auch Lieferanten von Produktionstechnologie für Photovoltaikanlagen sowie deren Betreiber umfasst. Von der führenden Stellung Bayerns in der Welt der Photovoltaik profitiert nicht zuletzt der Freistaat selbst: Hier wurden 2009 mehr Photovoltaikanlagen installiert als in irgendeiner anderen Region der Welt.
Bayern aktuell – Neue Repräsentanten in Zürich und in New York
Bayern eröffnete am 2. Dezember eine neue Repräsentanz, und zwar in der Schweiz. Das Büro des Freistaats in Zürich wird von Ralf J. Bopp geführt, der seit 1991 in leitender Position und seit 2005 als Direktor für die Handelskammer Deutschland-Schweiz tätig ist.
Bei der Repräsentanz in New York gibt es einen Wechsel: Dr. Wolfgang Hübschle folgt auf Dagmar Cassan, die nach mehr als 14-jähriger erfolgreicher Tätigkeit ihre Arbeit für den Freistaat beendet. Der studierte Jurist war zuvor viele Jahre Leiter des Referats Regionale Wirtschaftsförderung im bayerischen Wirtschaftsministerium.
Fünf Minuten mit … Thomas Jaenisch von myboshi.net
Sie sind ein gefragtes Produkt „made in Bavaria“: Man trägt sie auf dem Kopf – und sieht cool dabei aus. Die Rede ist von Boshis. Diese ursprünglich aus Japan stammenden, handgehäkelten Mützen werden neuerdings in Helmbrechts in Oberfranken gefertigt und über myboshi.net vertrieben. Dass der originelle Kopfschmuck für die Jugend der Welt Kult geworden ist, liegt wohl an ihren hippen Trägern selbst – und am Internet.
Welche Dimensionen hat die Boshi Gemeinde erreicht?
Jaenisch: Unsere Boshis sind Standard überall in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Sie werden auch in Spitzbergen und Australien getragen. Wir bekommen Fotos von Beanie-Wearers von überall auf der Welt zugeschickt.
Ist das Internet der ideale Vertriebskanal für Handwerksprodukte?
Jaenisch: Das Internet ist für das Handwerk, wie wir es machen, der perfekte "Long Tail"-Vertriebskanal. So können wir viele Modebegeisterte ansprechen, die wir sonst nicht erreichen würden.
Kreativität: die Kraftquelle der bayerischen Wachstumsmaschine
2010 war für Bayern erneut ein Jahr von starkem Wachstum – mit einem Plus an Arbeitsplätzen, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Worin liegt das Geheimnis des bayerischen Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums? Eine Antwort liefert die Studie „Kreative Klasse in Deutschland“, die im September von der agiplan Marktforschungsorganisation veröffentlicht wurde.
Die wichtigste Erkenntnis der umfangreichen Studie lautet: Mehr als alle anderen Bundesländer zieht Bayern „die kreative Klasse“ an. Gemeint sind Menschen mit Ideen, die ihr Know-how mit Fleiß und Dynamik einzusetzen wissen und dadurch zu wesentlichen Wachstumstreibern in ihren Unternehmen werden. Diese wettbewerbsentscheidenden Eigenschaften erklären, warum Unternehmen sich so bemühen, die „Kreativen“ anzuwerben und zu halten.
Die Studie liefert auch eine Erklärung dafür, warum gerade Bayern so attraktiv für die Kreativen ist und damit auch für Unternehmen, die sich hier niederlassen oder ihre Aktivitäten ausbauen wollen. In der agiplan-Studie werden die Städte und Landkreise in Deutschland nach den TTT-Kriterien bewertet. Ganz oben in diesem Ranking stehen Standorte in Bayern: Der erste Platz ging an Erlangen, gefolgt vom Landkreis München und der Stadt München. Auf Platz 5 folgt der Landkreis Starnberg.
Was sind die TTT-Kriterien?
Das erste T steht für Technologie – also für jenes Kriterium, an dem sich auch die Kreativen bevorzugt orientieren. Sie erwarten vom Standort ihrer Wahl erwiesene technologische Leistungsfähigkeit und technisches Innovationspotential. Gemessen wird dieses Kriterium anhand dreier Indizes: an der Zahl der technologieorientierten Gründungen, den internen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt sowie am Anteil der Ingenieure und Naturwissenschaftler bezogen auf die der Beschäftigten.
Die hohe Zahl von Tech-Gründungen, Wissenschaftlern und Ingenieuren im Freistaat hat ebenso wie dessen starke Innovationsorientierung eine gemeinsame Quelle: das Hochschulwesen, das ebenfalls führend in Deutschland ist.
Bestätigt wird die Spitzenposition der bayerischen Universitäten durch das 2010 Shanghai Academic Rankings of World Universities, das der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München die ersten beiden Plätze unter den Universitäten in Deutschland einräumt.
Das zweite T steht für Toleranz: Es misst die Offenheit eines Standorts für neue Ideen und Lebensweisen. Auch dieses Kriterium hat einen hohen Stellenwert bei den Kreativen. Standorte, die hier punkten, haben meist einen sehr hohen Anteil freiberuflich tätiger Künstler und einen hohen Ausländeranteil.
Das dritte T steht für Talent und ergibt sich aus den beiden ersten: Es gibt den Anteil von Kreativen und Hochschulabsolventen im Arbeitsmarkt eines Standortes an.
Die TTT-Qualitäten des Freistaats machen sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar – auch in der Arbeitsmarktstatistik. Dank der Impulse, die von allen Segmenten der bayerischen Wirtschaft ausgehen – von Großunternehmen, KMUs und den Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen – erreicht die Beschäftigung neue Spitzenwerte. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im August 2010 auf knapp 4,6 Millionen. Damit hat der Freistaat für diesen Monat einen historischen Höchststand erreicht. Auch der Oktober 2010 war außergewöhnlich: Mit 3,8 Prozent erreichte die Arbeitslosenquote in diesem Monat ihren niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren. Und das, obwohl Bayern nach wie vor das höchste binnendeutsche Wanderungssaldo aufweist.
Bavaria in your briefcase
Silvester im Freistaat: Wo Bayern es richtig krachen lässt
Wie wäre es dieses Jahres mit einem wirklich außergewöhnlichen Silvester? Hier ein paar Vorschläge: ein Fondue-Essen auf dem Gipfel der Zugspitze, ein Gala Diner in einem Restaurant mit atemberaubender Kulisse wie den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau bei Nacht, oder eine wilde Schlittentour durch den nächtlichen Bayerischen Wald.Für die mitternächtlichen Feuerwerke gilt die Devise: „Je höher, desto besser!“ Der höchste Punkt in München ist natürlich der Olympiaturm mit seiner 171 Meter hohen Aussichtsplattform. Gleich daneben findet sich ein weiterer Aussichtspunkt: der Olympiaberg. Sein Pendant in Nürnberg ist die Burg.Den majestätischen Königssee mit dem Watzmann-Massiv im Hintergrund verbindet man wohl eher mit Besinnlichkeit als mit Silvestertrubel. Und doch zieht der herrliche Alpensee immer mehr Silvesterfans aus dem In- und Ausland ins Berchtesgadener Land. Brauch ist eine Winterwanderung hoch hinauf auf einen Aussichtspunkt: Von dort bietet sich ein sagenhafter Blick auf die Böllerschüsse der Weihnachtsschützen und das Feuerwerk rings um den See.Am Tag danach geht das Feiern im Freistaat weiter: mit Neujahrskonzerten und -partys, Schlittenrennen, Traktoren-Pullings und dem traditionellen Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen.
http://www.youtube.com/watch?v=-FSxDO4nlDs
Messen und Veranstaltungen
… in München
BAU 2011
Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme
17. – 22. Januar 2011
www.bau-muenchen.com
ispo 2011
The International Sports Business Network
6. – 9. Februar 2011
www.ispo.com
… in Nürnberg
ELTEC
Fachmesse für elektrische Gebäudetechnik, Informations- und Lichttechnik
19. – 21. Januar 2011
www.eltec.info
Spielwarenmesse
3. – 8. Februar 2011
www.spielwarenmesse.de
… im Ausland
Delegationsreise unter der Leitung von
Staatsminister Zeil nach Indien (Banglore, Pune und Delhi)
13. – 19. Februar 2011
Branchenschwerpunkte: Automobilindustrie, Umwelttechnologie, Bauwirtschaft, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrtindustrie & Satellitennavigation
Weitere Informationen:
Sonja Miekley
Bayern International GmbH
Tel.: + 49 89 660566-203
smiekley@bayern-international.de

