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Informations- und Kommunikationstechnologie
Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bildet heute das Rückgrat der globalen Wirtschaft. Sie ist Basistechnologie für nahezu alle Industrie- und Dienstleistungsbranchen und als Querschnittstechnologie Wachstumstreiber in zahlreichen Anwenderbranchen.
Standort Bayern
Bayern zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten IKT-Standorten der Welt. Die Struktur der Branche reicht mit etwa 20.000 Unternehmen von internationalen Technologiekonzernen über mittelständische Unternehmen bis hin zu Start-ups. Über 380.000 Beschäftigte entwickeln, produzieren und vertreiben hier im gesamten IKT-Spektrum.
In Bayern ansässige IKT-Unternehmen sind insbesondere in folgenden Branchensektoren aktiv:
- Software-Entwicklung und -Distribution
- Hardware-Entwicklung und -Distribution
- Mikroelektronik
- Telekommunikation
- Eingebettete Software/Hardwaresysteme in Produkten
- Software-basierte Prozesse in Entwicklung/Fertigung/Dienstleistung/öffentlicher Verwaltung
- Dienstleistungen in den genannten Bereichen
Branchenumfeld
Aufgrund der ausgezeichneten Forschungsinfrastruktur und den hervorragenden Wachstumsbedingungen in Bayern haben zahlreiche weltweit führende Unternehmen der Bereiche IKT-Entwicklung, -Dienstleistung und -Anwendung ihren europäischen Hauptsitz oder eine Niederlassung im Freistaat. Zu diesen zählen namhafte Firmen wie Accenture, Adobe, Alcatel Lucent, Altran Deutschland, ALTEK, Apple, BT, Cisco Systems, ESRI Geoinformatik, IBM, Infor Global Solutions, Intel, Motorola, NXP Semiconductors, O2, Olympus, Oracle, SAP, SUN, Suse Novell, Telefonica und Texas Instruments. Auch Google und Microsoft haben sich mit ihren Entwicklungs- und Forschungszentren für Bayern entschieden.
Der Freistaat Bayern hat jedoch auch selbst zahlreiche Unternehmen hervorgebracht, die inzwischen global agieren. Unternehmen wie Cirquent, DATEV, EADS, Elektrobit, ESG, euro engineering, FJH, IABG, Infineon, Kabel Deutschland, Mensch und Maschine Software, msg systems, MVI Group, Nemetschek, P+Z Engineering, sd&m, Siemens, SoftM und VOLKE haben durch ihre hohen Mitarbeiter- und Umsatzzahlen eine große Bedeutung für den Standort Bayern.
Besonderheiten der bayerischen IKT-Branche
Die IKT-Unternehmen Bayerns sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Informations- und Kommunikationstechnologie tätig. Dass die Nähe zum Kunden gegeben ist, sorgen die ebenfalls in Bayern ansässigen Unternehmen folgender IKT-Anwenderbranchen:
Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Mechatronik, Medizintechnik, Finanzdienstleistungen, Medienwirtschaft, Anlagen- und Maschinenbau, Energie- und Umwelttechnik sowie Telematik. IKT-Unternehmen finden demnach im Freistaat einen dynamisch wachsenden Markt und genießen ein Arbeitsumfeld mit innovationsfreudigen und spezialisierten Partnern in nahezu allen Bereichen.
Während Unternehmen in Deutschland durchschnittlich rund 2.000 Euro pro IT-Arbeitsplatz ausgeben, sind es in der Region München über 2.500 Euro und damit rund ein Viertel mehr als im Rest der Republik. Dies ist das im Oktober 2008 veröffentlichte Ergebnis des ersten bundesweiten Investitions-Atlas von Sage Software, der die Ausgabebereitschaft für Informations- und Kommunikationstechnologie mittelständischer Unternehmen analysiert.
Forschungs-, Ausbildungsumfeld
Qualifizierte Arbeitskräfte
Durch das hervorragende, flächendeckende Aus- und Weiterbildungsangebot im IKT-Bereich stehen in ganz Bayern kontinuierlich qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung. An den bayerischen Hochschulen schließen jährlich rund 4.400 Studenten im IKT-Bereich erfolgreich ab - Tendenz steigend. Alle Hochschulen in Bayern bieten IKT-spezifische Studiengänge an. Die Fachrichtungen reichen von Informatik mit Bioinformatik und Wirtschaftsinformatik, Computational Engineering, Mathematik, Statistik bis hin zur Feinwerktechnik und Elektro- und Informationstechnik.
Zusätzlich lockt die attraktive Lebensqualität am Standort Bayern über die Grenzen hinaus weitere Fachkräfte an.
Attraktives Forschungsumfeld
Spitzenleistungen in der Grundlagenforschung (z.B. Max-Planck-Gesellschaft) wie in der angewandten Forschung (z.B. Fraunhofer-Gesellschaft) steigern die weltweite Präsenz und Attraktivität der IKT-Branche Bayerns für Wissenschaft und Wirtschaft. Die Forschungslandschaft soll in Bayern in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. So plant der Freistaat unter anderem die Ansiedlung von bis zu fünf neuen Fraunhofer-Instituten in Bayern, um insbesondere die außeruniversitäre Forschung zu stärken. Darüber hinaus fördert die Bayerische Forschungsallianz den Wissenschafts- und Innovationsstandort Bayern und berät Wissenschaftler aus bayerischen Universitäten und Fachhochschulen im Wettbewerb um regionale, nationale und europäische Forschungsgelder.
Netzwerke
Die hochkarätigen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen in den Regionen Bayerns sorgen für den Nachwuchs an qualifizierten Arbeitskräften. Zahlreiche Forschungseinrichtungen wie die Fraunhofer- oder die Helmholtz-Gesellschaft beschäftigen sich neben den Hochschulen mit der IKT der Zukunft und tragen damit zum forschungsintensiven und innovationsfreundlichen Klima in Bayern bei. Dieses Klima wird auch durch die branchenspezifischen IKT-Netzwerke in Bayern gefördert, die sich um eine Vernetzung der IKT-Unternehmen untereinander sowie um die Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen kümmern.
Im Rahmen der Allianz Bayern Innovativ vernetzt beispielsweise das bayerische IKT-Cluster BICC-NET (Bavarian Information and Communication Technology Cluster) landesweit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und staatliche Institutionen. Der Aufgabenbereich der Clusterarbeit reicht unter anderem von der Entwicklung und Auswahl von Themen für Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationen über das aktive Agieren an Schnittstellen zu Anwenderbranchen und anderen Clustern bis hin zur Etablierung einer bayerischen Kooperationsplattform im IKT-Sektor. Dabei kooperiert der Cluster auch mit der Pariser Initiative System@tic Paris Region. Der Fokus der Clusterarbeit liegt derzeit auf den Themen Eingebettete Systeme, Finanz-IT, Geodaten, Multi-Format-Content, Internationalisierung und Kooperationsunterstützung. Daneben unterstützt BICC-NET regionale IKT-Initiativen, kümmert sich um die Aus- und Weiterbildung im IKT-Bereich und tauscht sich mit IKT-Verbänden aus.
Neben dieser bayernweiten Einrichtung existieren regionale Netzwerke, die sich mit spezifischen IKT-Themen beschäftigen und sich um den Aufbau regionaler Communities kümmern, wie beispielsweise die IT Security Cluster Initiative Ostbayern, die im Regensburger Gründerzentrum IT-Speicher ihren Sitz hat.
Messen und Kongresse
Die Messestandorte München und Nürnberg bieten das ganze Jahr bedeutende Messen und Veranstaltungen an, wie zum Beispiel die it-sa, Electronica oder auch die Communication World in München und Embedded World oder auch e-procure in Nürnberg.
Standorte
Der Standort „Bayern“ bedeutet nicht nur „München“! IKT-Unternehmen sind in allen Regionen Bayerns ansässig. Je nach Region lassen sich hinsichtlich des Portfolios der IKT-Unternehmen und der Hochschulen unterschiedliche Schwerpunkte feststellen.
Der Großraum München sticht als Deutschlands größter Arbeitgeber im Bereich IKT besonders heraus. Innovationen in den Bereichen digitale Technologien, mobile Kommunikation und Software machen die bayerische Landeshauptstadt zum IKT-Standort Nr. 2 in Europa. Die Hochschulen (Technische Universität, Ludwig-Maximilians-Universität, Fachhochschule München und die Universität der Bundeswehr) bilden hochqualifizierten Nachwuchs aus. Die Technische und die Ludwig-Maximilians-Universität wurden 2006 als zwei von drei Exzellenzuniversitäten Deutschlands ausgezeichnet. Jungen High-Tech-Unternehmen bietet beispielsweise das Garchinger Technologie- und Gründerzentrum gate oder auch das Münchner Technologiezentrum MTZ optimale Bedingungen für den erfolgreichen Start. Als Branchenplattformen bzw. regionales Netzwerk stehen im Raum München das Munich Network, der Förderkreis IT- und Medien-Wirtschaft München und der MünchnerUnternehmerKreisIT sowie der ROSIK e.V. in Rosenheim zur Verfügung.
Die Metropolregion Nürnberg sowie Ober-, Mittel- und Unterfranken ziehen besonders viele Unternehmen an, die in den Bereichen Medizin- und Produktionstechnik tätig sind. Einrichtungen, wie zum Beispiel das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, und zahlreiche Hochschulen stehen für hochkarätige Forschung und Ausbildung, vor allem in den Bereichen technische Informatik und Wirtschaftsinformatik. Im Innovations- und Gründerzentrum IGZ mit Sitz in Erlangen wird jungen Unternehmen ein hervorragendes Umfeld geboten. Betreut werden sie von aktiven Netzwerken für innovative Unternehmen, wie zum Beispiel dem Netzwerk Nordbayern. Die NIK, Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft e.V., ist die IKT-Branchenplattform in der Region. Ebenfalls in Nürnberg hat das europäische Netzwerk Open Source Business Foundation seinen Sitz. In Oberfranken vernetzt der IT-Cluster Oberfranken IKT-Akteure. Analog dazu gibt es in Unterfranken das Projekt IT-Cluster Unterfranken, das die vorhandenen Kompetenzen bündelt und Kooperationen im IKT-Bereich vertieft.
Der Regierungsbezirk Schwaben erlebt in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum im IKT-Bereich. Dies liegt unter anderen an der qualifizierten Ausbildung an den schwäbischen Hochschulen Universität Augsburg, Fachhochschule Augsburg, Fachhochschule Kempten und Neu-Ulm. Die Profile der in Schwaben ansässigen IKT-Unternehmen lassen einen Schwerpunkt in den Feldern Automatisierungstechnik, Robotik und Umwelttechnik erkennen. Die Kommunikations- und Informationstechnologie Initiative Schwaben e.V. (kit e.V.) vernetzt IKT-Unternehmen der Region. Auch das Technologie- und Gründerzentrum aiti-park ist am Sitz des Vereines in Augsburg angesiedelt.
Die Oberpfalz ist mit dem Wirtschaftsraum Regensburg ein weiterer aufstrebender Standort für IKT-Unternehmen: Rund 30 Prozent der Firmengründungen der letzten Jahre erfolgten hier im IKT-Sektor. Die Region verfügt über qualifizierten Nachwuchs aus der Universität Regensburg, den Fachhochschulen in Regensburg und in Amberg-Weiden. Im Regensburger Gründerzentrum IT-Speicher wird auf höchstem Niveau Nachwuchs- und Neuansiedlungsförderung betrieben. In einem IT-Security Arbeitskreis treffen sich dort regelmäßig Vertreter von Unternehmen, die in den Bereichen Automobil und Sicherheit tätig sind. Darüber hinaus unterstützt die Plattform Regensburg.it die Oberpfälzer IKT-Branche.
Im IT-Bereich verfügt Niederbayern über ein einmaliges Anwenderumfeld u.a. in den Bereichen Automotive (BMW-Werk in Dingolfing) und Logistik. Renommierte Hochschulen (Universität in Passau, Fachhochschulen in Landshut und Deggendorf) und Netzwerke wie das IT Forum Niederbayern ermöglichen es den Unternehmen, breites Wissenspotenzial durch die Kopplung von Forschung, Lehre und Praxis optimal zu nutzen.
Initiativen und Programme
Im Bereich der Technologieförderung unterstützen die LfA Förderbank Bayern und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie innovative, in erster Linie mittelständische Unternehmen mit maßgeschneiderten Finanzierungshilfen.
Neben der staatlichen Förderung gibt es auch private bzw. teilstaatliche Initiativen, die insbesondere Gründer finanziell aber auch ideell in Form von Business Plan Seminaren unterstützen (z.B. Netzwerk Nordbayern). Auch die Industrie- und Handelskammern bieten Weiterbildungen für Gründer an.
Im Bereich Forschung gibt es vielfältige Möglichkeiten sich mit Hochschulen und Forschungsinstitutionen zu einem Verbund zusammenzuschließen.
Informationsmaterial
In der Firmendatenbank „Key Technologies in Bayern“ finden Sie Informationen zu in Bayern tätigen IuK-Unternehmen.




