- 1: Home.
- 2: Aktuell.
- 3: Standort Bayern.
- 4: Branchen und Cluster.
- 4.1: Mobilität.
- 4.2: Materialentwicklung
- 4.3: Mensch und Umwelt.
- 4.4: Informations- und Elektrotechnik.
- 4.5: Dienstleistungen und Medien.
- 5: Städte und Regionen.
- 6: Bayerische Repräsentanzen.
- 7: Publikationen.
- 8: Partner.
- 9: Über uns.
- 10: Impressum.
Chemie
Die chemische Industrie ist einer der zentralen Innovationsmotoren der deutschen Wirtschaft. Neun Prozent der gesamten F&E-Aufwendungen der deutschen Industrie fließen in die Chemie. Mit acht Prozent der Umsatzerlöse liegt die F&E-Quote der chemischen Industrie in Deutschland deutlich über dem weltweiten Branchendurchschnitt von 3,8 Prozent. Die chemische Industrie ist mit Abstand der wichtigste Lieferant von neuen Materialien und schafft so in einer Vielzahl anderer Branchen die Basis für neue Produkte und Verfahren.
Standort Bayern
Die bayerische chemische Industrie ist weltweit aufgestellt und hoch innovativ. Innerhalb Deutschlands ist Bayern mit 11,5 Prozent der Branchenbeschäftigten drittgrößter Chemiestandort. Global Player wie die Wacker Chemie und Süd-Chemie haben ihren Firmensitz in Bayern; Evonik, BASF und Clariant sind mit Forschungseinrichtungen und Produktionsbetrieben vertreten. Sie stehen ebenso wie die etwa 210 mittelständischen Unternehmen für die weltweite Verflechtung der bayerischen Chemie, deren Exportquote mit 61 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der bayerischen Industrie insgesamt liegt.
In der bayerischen Industrie ist die Chemie mit 47.500 Beschäftigten und einem Umsatz von 13,7 Mrd. Euro eine der bedeutendsten Branchen. Mit ihrer breiten Produktpalette decken die Unternehmen nahezu das gesamte Chemie-Spektrum ab. Schwerpunkte liegen in den Sparten pharmazeutische Spezialitäten, Primärkunststoffe, Farbe, Lacke und Kitte, Körperpflegemittel sowie Chemiefasern.
Branchenumfeld
Die Petrochemie auf Propylen- und Ethylenbasis ist in Bayern an den Standorten Münchsmünster bei Ingolstadt, Burghausen und Burgkirchen/Gendorf konzentriert. Die Cracker der OMV in Burghausen und von LyondellBasell in Münchsmünster sind über Pipelines mit ihren Kunden an diesen drei Standorten verbunden. Zu den Abnehmern gehören Hersteller von Kunststoffen wie LyondellBasell, Borealis und Vinnolit sowie Hersteller von einer breit gefächerten Palette von Spezialitäten wie Wacker Chemie und Clariant.
Bayern ist mit einem Anteil von etwa 40 Prozent an Umsatz und Beschäftigung ein Zentrum der Chemiefaserindustrie in Deutschland. Unternehmen wie Trevira, Johns Manville und Teijin Monofilament am Standort Bobingen, Cordenka, Diolen Industrial Fibers und Polyamide High Performance am Standort Obernburg, sowie Kelheim Fibres oder die TWD Fibres entwickeln, produzieren und verarbeiten Spezialfasern für breite Anwendungsbereiche von der Mode bis in den Hightech-Bereich. Eng mit der Produktion und Verarbeitung von Chemiefasern verbunden ist die Entwicklung und Produktion von Faserausrüstungschemikalien (Textilhilfsmittel). Weltweit führende Unternehmen wie die Pulcra Chemicals und die Rudolf GmbH sind in Bayern beheimatet.
In der Bauchemie halten deutsche Unternehmen etwa die Hälfte des europäischen Marktvolumens und ein Drittel des Weltmarktes. Die Markt- und Technologieführer haben ihren Unternehmenssitz oder die wichtigsten Unternehmensteile im Geschäftsbereich Bauchemie in Bayern – etwa die global aufgestellten Chemikalienhersteller wie Evonik und Wacker Chemie. Auf der Stufe der „Formulierer“ - der Hersteller von Zement, Mörtel, Farben - dominieren mit Unternehmen wie PCI Augsburg oder Otto-Chemie mittelständische Strukturen. Auch auf dieser Stufe besetzen in Bayern ansässige Unternehmen wie die Keimfarben GmbH & Co. KG als Weltmarktführer in der silikatischen Anstrichtechnik oder Knauf Gips als eines der führenden Unternehmen im Bereich der Baustoffherstellung (Gips, Mineralfaserdämmstoffe) in ihren Marktsegmenten international Top-Positionen.
Für die ethylenbasierte Petrochemie ergeben sich ab mit der Ethylenpipeline Süd von Münchsmünster nach Ludwigshafen neue Wachstumschancen am Standort Bayern. Durch die Anbindung an das Ethylenpipelinenetz in den Benelux-Ländern und auf der Rheinschiene wird die Ethylenversorgung in Bayern flexibilisiert und langfristig gesichert. Die EPS eröffnet darüber hinaus die Option zur Anbindung weiterer Ethylenstandorte in Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und der Ukraine.
Netzwerke
Fast 80 Prozent des Gesamtabsatzes der chemischen Industrie gehen als Vorprodukte an Unternehmen aus nahezu allen Industriezweigen. Die Hauptabnehmer kommen aus den Branchen Kunststoffverarbeitung, Automobilbau, Papier/Druck, Pharma, Textil/Bekleidung/Leder, Maschinenbau und aus dem Baugewerbe. Auch in diesen Branchen zählen Unternehmen aus Bayern zu den Markt- und Technologieführern.
Der Cluster Chemie, als Teil der Clusteroffensive der Bayerischen Staatsregierung, will durch intensivere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft Kooperationen anstoßen und begleiten, die zu zusätzlicher, nachhaltiger Wertschöpfung führen.
Im Fokus stehen die Stärkung der in Bayern ansässigen mittelständischen und industriellen Chemie-Unternehmen, sowie die Sicherung vorhandener und Schaffung neuer, auch hochqualifizierter Arbeitsplätze in Wirtschaft und Forschung in Bayern.
Thematisch fokussierte Kooperationsplattformen der Bayern Innovativ GmbH – etwa im Bereich „Neue Materialien“ - vermitteln Unternehmen aus der chemischen Industrie ausgezeichnete Kontakte in diese Anwenderbranchen. Innovations-Netzwerke mit Symposien und Kooperationsforen werden u.a. für die Bereiche Automobilzulieferer, Elektronik/Mikrotechnologie, Textil, Umwelttechnologie, Life Sciences und Medizintechnologie/Pharma organisiert.
Forschungs-, Ausbildungsumfeld
Industrielle Forschung
Nahezu alle Chemieunternehmen unterhalten an ihren bayerischen Standorten eigene Kapazitäten für Forschungs- und Entwicklungsaufgaben. Von besonderer Bedeutung sind das Consortium für elektrochemische Industrie der Wacker Chemie in München, die zentrale Forschungsabteilung der Süd-Chemie AG in Heufeld sowie das Bauchemie Kompetenzzentrum der AlzChem Gruppe in Trostberg. Mit der von den Bayerischen Chemieverbänden initiierten Themenbörse Forschung sollen die Zusammenarbeit mit den bayerischen Universitäten und Fachhochschulen weiter ausgebaut werden.
Hochschuleinrichtungen
An den bayerischen Universitäten ist die Chemie in der Breite - wie auch in der Spitze - gut vertreten. Chemische Fakultäten bzw. Lehrstühle gibt es an sechs bayerischen Universitäten, wobei die TUM in der Disziplin Chemie in internationalen Rankings (ISI-Rangliste, CEST-Ranking) Top-Positionen belegt:
- Universität Augsburg: 2 Lehrstühle; Schwerpunkte: Festkörperchemie, Materialwissenschaften und chemische Physik
- Universität Bayreuth: : 11 Lehrstühle und 6 Einzelprofessuren; Schwerpunkte: Makromolekül- und Kolloidforschung, Neue Materialien sowie Molekulare Biowissenschaften
- Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg: 10 Lehrstühle; Schwerpunkt: Materialien, Prozesse und Pharmazeutische Chemie
- Ludwig-Maximilans-Universität München: 31 Professuren und 24 weitere Arbeitskreise mit einem breiten Forschungsspektrum
- Technische Universität München: 19 Lehrstühle und 6 Extraordinaten; Schwerpunkte: „Katalyse und Materialien“ sowie „Biologische Chemie“
- Universität Regensburg: 4 Institute mit 8 Lehrstühlen und 15 Arbeitskreisen; Schwerpunkte: Medizinische Chemie und Neue Materialien auf Basis schwacher Bindungskräfte
- Julius-Maximilians-Universität Würzburg: 11 Lehrstühle und 17 weitere Arbeitskreise; Schwerpunkte: Biologisch und medizinisch orientierte Chemie, Physikalische Chemie, Organometallchemie, Dynamik chemischer Systeme und hoch auflösende Spektroskopie
Im Fachhochschulbereich verfügen neben der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule in Nürnberg mit den Fachbereichen Angewandte Chemie und Werkstofftechnik auch die folgenden Fachhochschulen über Kompetenzen im Bereich der chemischen Forschung:
- FH Ansbach im Fachbereich Energie- und Umwelttechnik
- FH Augsburg im Fachbereich Maschinenbau, Studiengang Umwelt- und Verfahrenstechnik
- FH Hof im Studiengang Systemwerkstoffe
- FH Rosenheim im Fachbereich Kunststofftechnik
- FH Weihenstephan
- FH Würzburg-Schweinfurt im Fachbereich Kunststofftechnik und Vermessung
Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
Folgende außeruniversitäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen haben einen Bezug zu Themen der Chemie:
- Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried
- Süddeutsches Kunststoffzentrum SKZ in Würzburg
- Kompetenzzentrum Neue Materialien in Bayreuth, Fürth und Würzburg
Qualifizierte Arbeitskräfte für den Chemiebereich
In Bayern gibt es im Chemiebereich ein großes Potential an bestens ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeitern. Die bayerischen Hochschulen verfügen im Bereich Chemie nicht nur über international renommierte Forschungseinrichtungen, sondern sichern ein Angebot wissenschaftlich hervorragend ausgebildeter Fachkräfte.
Im gewerblichen Bereich bietet die Chemieindustrie in Bayern derzeit in ca. 125 Betrieben mehr als 2.000 jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung. Die Palette der Ausbildungsberufe reicht von den typischen Chemieberufen wie Chemikant oder Chemielaborant bis zu einer Vielzahl von Ausbildungen im kaufmännischen und im gewerblich-technischen Bereich.
Standorte
Das Bayerische Chemiedreieck ist mit etwa 25.000 Beschäftigten im Chemie- und weiteren 8.000 im angeschlossenen Industrie- und Dienstleistungsbereich die größte räumliche Agglomeration der Chemieindustrie in Bayern. In der Wirtschaftsregion zwischen Inn und Salzach mit den Landkreisen Altötting (Standorte Burghausen und Industriepark Werk), Gendorf, Mühldorf am Inn (Standorte Aschau, Töging, Waldkraiburg) und Traunstein (Trostberg) sind gut ein Viertel der bayerischen Chemie-Arbeitsplätze und gut ein Drittel des bayerischen Chemie-Umsatzes konzentriert. Schwerpunktsparten bilden die Petrochemie, Kunststoffe, hochreines Silicium, die Bauchemie sowie chemische Spezialitäten.
Weitere, kleinere räumliche Agglomerationen - zum Teil in Form integrierter Chemieparks - bildet die chemische Industrie in den Regionen
- München / Starnberg / Weilheim (Pharma, chemische Spezialitäten)
- Ingolstadt / Münchsmünster / Kelheim (Petrochemie, Chemiefasern)
- Augsburg (Chemiefasern, chemische Spezialitäten, Farben), unter anderem mit den Industrieparks Gersthofen und Bobingen
- Nürnberg/Erlangen (Pharma, Farben, chemische Spezialitäten)
- Bayerischer Untermain/Landkreis Miltenberg (Chemiefasern, Kunststoffe) mit dem Industriecenter Obernburg.
Initiativen / Programme
Die Technologieförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie konzentriert sich auf Unternehmensgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen. Speziell auf die Entwicklung neuer Werkstoffe (Metallische Werkstoffe, Polymerwerkstoffe, keramische Werkstoffe und Glas sowie Verbundwerkstoffe) und deren Umsetzung in neue Produkte ausgerichtet ist dabei das Programm „Neue Werkstoffe“ (PDF).
Informationsmaterial
In der Firmendatenbank „Key Technologies in Bayern“ finden Sie Informationen zu in Bayern tätigen Unternehmen aus dem Bereich Chemie.



