Zukunftstechnologie für Schlüsselbranchen
Die Nanotechnologie umfasst Technologiefelder mit Strukturen und Prozessen im Größenbereich der Nanometerskala (einem Milliardstel Meter). Auf dieser atomaren Ebene verschwimmen die Grenzen zwischen Chemie, Biologie und Physik: In der „Nano-Welt“ gelten andere physikalische Gesetze als im makroskopischen Bereich. Sie sind für die ungewöhnlichen Eigenschaften der Nano-Materialien und -bauteile verantwortlich. Die Entwicklung nanotechnologischer Anwendungen erfordert deshalb die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physikern, Ingenieuren, Chemikern, Biologen und Medizinern. Als Querschnittswissenschaft umfasst die Nanotechnologie Wirtschaftsbranchen wie Automobil, Medizin, Pharmazie, Umwelttechnik, Maschinenbau, Elektronik und Textilgewerbe. Sie gilt heute als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts und bietet vielfältige Potenziale für innovative Unternehmen.
Nanotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts – und eine große Chance für Bayern. Ungefähr 160 Akteure aus Forschung und Entwicklung, Industrie, Institutionen und Verbänden zählt die bayerische Nanotechnologie-Szene gegenwärtig. Als Querschnittstechnologie ohne spezifische Branchenzugehörigkeit entstehen junge Unternehmen vor allem im Umfeld ausgezeichneter Forschungseinrichtungen.
Bayern gehört zu den führenden Nanotechnologie-Standorten in Deutschland. Die breite und vernetzte Forschungslandschaft katalysiert eine lebhafte Gründerszene rund um sechs große Forschungsregionen. Im Herbst 2002 legte die Münchner Fondsgesellschaft Activest den weltweit ersten – und erfolgreichen – Nanotechnologie-Fonds auf. Dem Modell folgten bereits viele weitere Investmentgesellschaften.
Es existiert kein „Nanotech-Markt“ als solcher, sondern vielmehr unterschiedlichste Teilmärkte mit differenzierter Marktdynamik und Ausprägung. Die Boston Consulting Group bezifferte die Wertschöpfung für 2005 allein für nano-biotechnologische Produkte in Bayern mit 1 Mrd. Euro und hält eine Steigerung auf 18 Mrd. Euro bis 2015 für möglich. Die Beschäftigungszahl könnte im selben Zeitraum von 9.000 auf 160.000 steigen.
Im Forschungsbereich sind an universitären und außeruniversitären Institutionen in Bayern in den letzten Jahrzehnten sehr große Anstrengungen unternommen worden, die eine Vielzahl international beachteter Ergebnisse geliefert haben.
Hochschulen:
Hier finden Sie ein Verzeichnis aller Hochschulen
Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen:
Nanoinitiative Bayern
Interdisziplinäre Forschung und die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sind in Bayern Programm. Sowohl die Staatsministerien als auch die Bayerische Forschungsstiftung unterstützen und fördern Verbundforschung. Die Sitze des Deutschen und Europäischen Patentamtes in München und das Programm Bayern Patent erleichtern Erfindern den Schutz ihrer Erfindungen.
Um das enorme Potenzial, das diese Querschnittstechnologie für die bayerische Wirtschaft bietet, auszuschöpfen, ist eine noch engere Vernetzung der Kompetenzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Lehre und ein noch schnellerer Transfer aus der Forschung in die industrielle Anwendung erforderlich. Der Cluster Nanotechnologie widmet sich dieser Zielsetzung.
Die Nanoinitiative Bayern GmbH ist Trägerorganisation des Clustermanagements.
Die zweite Säule bildet der Förderverein Nanonetz Bayern e.V. als Plattform für die Clusterarbeit. Diesem Förderverein können Firmen, Institutionen und Privatpersonen beitreten und sich aktiv im Bereich der Nanotechnologie engagieren. Inhaltliche Schwerpunkte setzt der Cluster bei den Themenfeldern anorganische Nanomaterialen, Nanoanalytik und Gerätetechnik, Nanoelektronik und Photonik sowie Nanobio-Materialien und -Verfahren.
Für den Bereich Nanotechnologie – Neue Werkstoffe ist zudem das Netzwerk Neue Materialien Bayreuth GmbH kompetenter Ansprechpartner.
Die Bayerische Forschungsstiftung fördert sowohl Forschungsverbünde als auch Einzelkooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der Nanotechnologie. Auch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst finanziert Forschungsverbünde, die im Unterschied zu den im Rahmen der Forschungsstiftung finanzierten Verbünden nicht zwingend industrielle Partner haben müssen.
In der Firmendatenbank „Key Technologies in Bayern“ finden Sie Informationen in Bayern tätigen Unternehmen aus dem Bereich Nanotechnologie.