Daniel Curio, Kanada
Bayern hat seit Mitte der neunziger Jahre ein weltweites Netz von Auslandsrepräsentanzen aufgebaut. In ihren Büros von San Francisco bis Tokio werben Experten unter dem Motto „Invest in Bavaria“ für den Wirtschaftsstandort Bayern. Die über 20 Frauen und Männer vermitteln Kontakte in ihre ferne zweite Heimat, stehen aber auch bayerischen Unternehmen als deutschsprachige Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.
Ihr Lieblingsort in Bayern?
Es mag abgedroschen klingen, aber es gibt in Bayern viele schöne Orte und Plätze. Am wohlsten fühle ich mich natürlich daheim in München.
Eine bayerische Figur, die Sie besonders verehren?
Spontan fällt mir da Karl Valentin ein, der für mich auf ganz eigene Art die Gegensätze vereint, die dem Bayern so innewohnen.
Welches Argument zieht immer, wenn Sie einen ausländischen Unternehmer für eine Investition in Bayern gewinnen möchten?
Bayern ist einer der stärksten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte in Europa. Die Lebensqualität stimmt. Bayern ist auch eine Marke, die im Ausland bekannt ist. Wer kennt denn Neuschwanstein und das Oktoberfest nicht?
Gibt es Ihrer Ansicht nach eine besondere bayerische Mentalität?
Bayern sagen gerne, was sie denken.
Welches Bild haben Ihre Kunden von Bayern?
Leider öfters als ich es gerne hätte, ein Bild nur vom Münchner Oktoberfest und von Lederhosen.
Ihre Ratschläge: Was sollte ein ausländischer Investor unbedingt vermeiden, wenn er in Bayern ist?
Die Einladung auf ein Bier ablehnen…
Was sollte er auf jeden Fall tun?
…die Einladung annehmen.
Welche Besonderheiten wiederum erwarten bayerische Unternehmer in Ihrem Land?
Kanada ist ja nach Russland das zweitgrößte Flächenland der Erde, allerdings mit nur 33 Mio. Einwohnern. Mein Eindruck ist, dass es nicht ein Kanada sondern viele Kanadas gibt. Der Flug von Montréal nach Vancouver dauert ungefähr solange wie der Flug von hier nach München. Québec ist natürlich aufgrund der französischen Sprache und der kulturellen Eigenständigkeit ein besonderes Pflaster: ein Stück Nordamerika und dabei doch recht europäisch. Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass die Menschen hier unglaublich aufgeschlossen und freundlich sind. Allerdings funktioniert hier aus deutscher Sicht einiges anders und darauf sollte man sich einstellen!
Kennen Sie einen bayerischen Fluch?
Ja, schon. Übrigens beziehen sich auch die meisten Québecer Flüche unmittelbar auf Kirche und Glauben!
Wissen Sie, was ein Schneiztiache und ein Fuizpantoffe sind?
Ich würde das frei mit Tempo und Birkenstock übersetzen.
Fragebogen: Ulrike Heidenreich / Süddeutsche Zeitung

