Marko Walde, Rumänien
Bayern hat seit Mitte der neunziger Jahre ein weltweites Netz von Auslandsrepräsentanzen aufgebaut. In ihren Büros von San Francisco bis Tokio werben Experten unter dem Motto „Invest in Bavaria“ für den Wirtschaftsstandort Bayern. Die über 20 Frauen und Männer vermitteln Kontakte in ihre ferne zweite Heimat, stehen aber auch bayerischen Unternehmen als deutschsprachige Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.
Ihr Lieblingsort in Bayern?
Die Allianz-Arena! Das Stadion ist einfach atemberaubend und steht exemplarisch für vieles, was die bayerische Wirtschaft insgesamt kennzeichnet.
Eine bayerische Figur, die Sie besonders verehren?
Der bayerische Kronprinz König Ludwig I., mit dessen Hochzeit im Oktober 1810 die Geschichte des Oktoberfestes beginnt. Heute steht das Oktoberfest auch in Rumänien für deutsche Feierkultur.
Welches Argument zieht immer, wenn Sie einen ausländischen Unternehmer für eine Investition in Bayern gewinnen möchten?
Die Forschung und Entwicklung des Standortes Bayern, das hochqualifizierte Personal und die erstklassige Ausbildung. Eindrucksvoll ist, dass Bayern auch im internationalen Vergleich der Schülerleistungen bestens besteht.
Gibt es Ihrer Ansicht nach eine besondere bayerische Mentalität?
Bayerische Unternehmen sind oft bei Auslandsinvestitionen pragmatischer als andere, was für Rumänien von Vorteil ist.
Welches Bild haben Ihre Kunden von Bayern?
Rumänische Unternehmen und Rumänien allgemein verbinden Bayern mit: BMW, Biergärten, Weißwürsten, Fußball.
Ihre Ratschläge: Was sollte ein ausländischer Investor unbedingt vermeiden, wenn er in Bayern ist?
Bairisch verstehen oder lernen wollen.
Was sollte er auf jeden Fall tun?
So viel wie möglich reisen.
Welche Besonderheiten erwarten bayerische Unternehmer in Ihrem Land?
Niedrige Löhne und die sagenhafte Gastfreundschaft der Rumänen. Viele Bayern sind zudem sehr gut mit den Lebensgewohnheiten der deutschen Minderheit in Rumänien vertraut.
Kennen Sie einen bayerischen Fluch?
Leider nicht.
Wissen Sie, was ein Schneiztiache und ein Fuizpantoffe sind?
Nein, aber ersteres klingt nach Schnäuztuch, also einem Taschentuch.
Fragebogen: Ulrike Heidenreich / Süddeutsche Zeitung

