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State of Bavaria-South Africa Office
c/o Southern African-German Chamber of Commerce and Industry
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Houghton 2041
South Africa

Matthias Boddenberg, Südafrika

Bayern hat seit Mitte der neunziger Jahre ein weltweites Netz von Auslandsrepräsentanzen aufgebaut. In ihren Büros von San Francisco bis Tokio werben Experten unter dem Motto „Invest in Bavaria“ für den Wirtschaftsstandort Bayern. Die über 20 Frauen und Männer vermitteln Kontakte in ihre ferne zweite Heimat, stehen aber auch bayerischen Unternehmen als deutschsprachige Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.

Ihr Lieblingsort in Bayern?  
     
Die Umgebung des Tegernsees, die wunderschöne Kombination von Wasser und Bergen.

Eine bayerische Figur, die Sie besonders verehren?
Karl Valentin ist für mich Symbol des Münchner Humors. Mein Lieblingszitat von ihm: Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Das trifft zu auf unzählige Sitzungen und Besprechungen, durch die wir uns leiden.

Welches Argument zieht immer, wenn Sie einen ausländischen Unternehmer für eine Investition in Bayern gewinnen möchten?
Technologie, Technologie und noch einmal Technologie. Die Innovationsbereitschaft in Bayern ist fast schon sprichwörtlich. Erst danach kommen dann sowohl die harten Standortfaktoren wie Ansiedlungsunterstützung und gut ausgebildete Arbeitskräfte, als auch die weichen Faktoren wie Lebensqualität und Freizeitangebot.

Gibt es Ihrer Ansicht nach eine besondere bayerische Mentalität?
Es gibt einige Charakteristika – das sind Bodenständigkeit, gepaart mit Lebensfreude, Verlässlichkeit und Beständigkeit.

Welches Bild haben Ihre Kunden von Bayern?
Wenn Sie einen Südafrikaner auf der Straße fragen, was ihm zu Bayern einfällt, dann kommt als Antwort immer: Oktoberfest, München und die Alpen. Bei Geschäftsleuten ist es BMW und Siemens zusammen mit dem allgemeinen Begriff High Tech.

Ihre Ratschläge: Was sollte ein ausländischer Investor unbedingt vermeiden, wenn er in Bayern ist?
Südafrikaner sind sehr locker und sprechen jeden Gesprächspartner direkt mit dem Vornamen und „Du“ an. Das kommt teilweise gut und teilweise nicht besonders gut an. Im alltäglichen Geschäft sind Südafrikaner im allgemeinen sehr fokussiert und zielorientiert. Smalltalk spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle.

Was sollte er auf jeden Fall tun?

Südafrikaner sollten nicht nur nach München einfliegen, um Geschäftstermine wahrzunehmen. Im wahrsten Sinne des Wortes sollten sie das Land erfahren, um einen Eindruck zu bekommen.

Welche Besonderheiten wiederum erwarten bayerische Unternehmer in Ihrem Land?
Südafrikaner schätzen im Geschäftsleben eine persönliche Note. Dazu gehört, dass man als Ausländer relativ schnell zu einem typischen Grillnachmittag (der bis in die frühen Stunden des nächsten Tages dauern kann), dem „Braai“, eingeladen wird. Einladungen zu einer Partie Golf erfolgen ebenfalls sehr früh. Besuche bei Sportveranstaltungen, wie Fußball, Rugby oder Cricket, gehören oft zum guten Ton.

Kennen Sie einen bayerischen Fluch?
Da kenne ich eigentlich nur einen (aus Kreuzworträtseln): Sakra!

Wissen Sie, was ein Schneiztiache und ein Fuizpantoffe sind?
Ein Schneiztiache ist ein normales Taschentuch, während die Fuizpantoffe Filzpantoffeln sind. Die südafrikanischen Pendants wären etwa ein Hanky oder Slippers.


Fragebogen: Ulrike Heidenreich / Süddeutsche Zeitung