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Neue Werkstoffe
Die Materialwissenschaft ist zu einer der wichtigsten Säulen der Industriegesellschaft geworden. Mehr als 70 Prozent der Wertschöpfung westlicher Technologieländer basieren direkt oder indirekt auf Werkstoffen. Neue Werkstoffe sind somit der Schlüssel für Produkt- und Verfahrensinnovationen in den nächsten Jahrzehnten.
Themenbereiche wie Elektromobilität, Energieeffizienz oder CO2-Reduktion sind ohne neue Werkstoffe kaum zu bedienen. Hierbei stehen neben neuen Leichtbaustrategien auch neue Materialien und Materialkonzepte im Fokus der Anwenderbranchen wie Automobil, Maschinenbau, Medizintechnik, Nutzfahrzeuge, Bahntechnik oder Luft- und Raumfahrt.
Standort Bayern
In Bayern sind rund 80 Prozent der produzierenden Unternehmen dem Bereich der Werkstoffhersteller, -verarbeiter und -anwender zuzurechnen. Diese Gruppe umfasst etwa 4.000 Unternehmen mit rund einer Million Beschäftigten. Bayern steht damit in dieser Querschnittsbranche in der internationalen Spitzengruppe.
Branchenumfeld
Sämtliche Marktführer der Hightech-Anwenderbranchen wie Elektrotechnik, Maschinen- und Fahrzeugbau, Luft- und Raumfahrt, Bio- und Gentechnologie, Medizintechnik, IuK oder Energie- und Umwelttechnologien sind in Bayern zu Hause.
Forschungs-, Ausbildungsumfeld
Bayerische Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind mit ihren international anerkannten Forschungsschwerpunkten kompetente Partner für Unternehmen:
- Institute für Werkstoffwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg (Halbleiter, Metalle, Polymere, Keramik, Glas, Verbundwerkstoffe)
- Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der Universität Bayreuth (Halbleiter, Polymere, Keramik, Glas, Metalle, Verbundwerkstoffe, Funktionsmaterialien)
- Fakultät für Maschinenwesen in Garching und neuer Forschungsreaktor FRM II der Technischen Universität München (Halbleiter, Metalle, Polymere, Keramik, Glas)
- Zentralinstitut für Medizintechnik der TU München in Garching (biokompatible Materialien)
- Materialwissenschaftliche Lehrstuhlgruppe der Fakultät für Physik und Astronomie an der Universität Würzburg (Halbleiter, optoelektronische Bauelemente, Biomembranen)
- Materialwissenschaftliche Lehrstuhlgruppe der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg (magnetische und hochleitende Werkstoffe, Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung)
- Forschungsschwerpunkt metallische, halbleitende und magnetische Nanostrukturen an der Fakultät für Physik der Universität Regensburg
- Fraunhofer-Institut für Silicat-Forschung in Würzburg (Glas, Keramik, Copolymere, Verbundwerkstoffe, Funktionswerkstoffe)
- Süddeutsches Kunststoffzentrum (SKZ) in Würzburg (Kunststofftechnik)
- Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (Photovoltaik, spezielle Materialien für Wärmedämmung und -transport)
- ATZ Entwicklungszentrum in Sulzbach-Rosenberg (Alternative Hartmagnetwerkstoffe, Laser- Sinterpulver für Rapid Prototyping)
- Hochschulen der angewandten Wissenschaften unter anderem in Nürnberg (Werkstofftechnik), Ansbach (Kunststoffe) sowie Rosenheim
- Bayerischer Forschungsverbund Glasmaterialien für energieeffiziente Gebäudetechnik (FORGLAS)
- Bayerischer Forschungsverbund für die Entwicklung innovativer Schichten zur Verschleissreduktion an Werkzeugen bei komplexen Belastungen (FORLAYER)
Qualifizierte Arbeitskräfte für Neue Werkstoffe
Bayerns exzellente Ausbildung im Bereich Neue Werkstoffe ist die Basis für die weltweit bekannte Qualifikation seiner Arbeitskräfte. Engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter sind ihr Wettbewerbsvorsprung auf den internationalen Märkten.
Netzwerke
Gebündelte Kompetenz
Eine wichtige Säule des Clusters Neue Werkstoffe ist das standortübergreifende Kompetenzzentrum Neue Materialien mit der Dachgesellschaft Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern GmbH (KNMN) in Bayreuth und den operativen Gesellschaften Neue Materialien Bayreuth GmbH (NMB), Neue Materialien Fürth GmbH (NMF) und Neue Materialien Würzburg (NMW).
In enger räumlicher und fachlicher Nachbarschaft zur Neue Materialien Bayreuth GmbH befindet sich das Bayreuther Gründerzentrum für Neue Materialien (BGZ). Dort stehen kostengünstig Räume und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für junge Unternehmen auf dem Gebiet der Neuen Materialien zur Verfügung. Die Standorte des Kompetenzzentrums bieten modernste Ausstattung und hoch qualifiziertes Personal aus FuE-Dienstleistungsunternehmen, insbesondere für mittelständische Unternehmen der Materialtechnik.
Die Aufgabenschwerpunkte sind:
- Neue Materialien Bayreuth: Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde, Kunststoffe, technische Keramik, Ultraleichtbau mit beschichteten Geweben, Sinterverfahren für Hartmetalle, smarte zerspanende Werkzeuge, Optimierung der Schweißbarkeit von Metallen
- Neue Materialien Fürth: Magnesium und Aluminium – Studien zum rheologischen Verhalten, Thixospritzgießen, Strangpressen von Pulvern (Conform- Technologie), Oberflächenbeschichtung, Formteile aus Kunststoff, Plasmabehandlung polymerer Werkstoffe
- Neue Materialien Würzburg: Funktionswerkstoffe durch Integration von Piezokeramiken, PZT-Fasermodule, rheologische Flüssigkeiten, Erarbeitung von Werkstoffdaten, Auslegungskonzepte im Bereich Adaptronik
- Das Kunststoff-Netzwerk Franken e.V. ist eine Informations- und Kooperationsplattform der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Nordbayern. Dort kooperieren über 40 Unternehmen.
- Der Leichtbau-Cluster Landshut bezeichnet ein Netzwerk von über 140 Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Dienstleistern zur Förderung branchenübergreifender Zusammenarbeit in den Leichtbautechnologien.
- Der Carbon Composites e.V. (CCeV) in Augsburg ist ein Kompetenznetzwerk mit über 100 Unternehmen, das die gesamten Wertschöpfungsketten der Faserverbundtechnologien umfasst.
Themenschwerpunkte im Cluster sind:
- Leichtbauwerkstoffe
- Leichtbaukonstruktion
- Fertigungstechnologien
Standorte
Wegen des ausgeprägten Querschnittcharakters sind Werkstoffunternehmen bayernweit verteilt. Wissenschaftliche Schwerpunkte stellen die auf den Werkstoffsektor ausgerichteten Forschungseinrichtungen dar.
Schwerpunkte der Technika:
- Fürth: Formteiltechnik, Metalle und Kunststoffe
- Würzburg: Funktionswerkstoffe, Füllstoffe, Komposite und Verarbeitungstechnologie
- Bayreuth: Polymere, Keramik, Verbundwerkstoffe und Schaummaterialien, Metalle
- Augsburg: Faserverbundtechnologie, Verbundwerkstoffe
Initiativen / Programme
Bayern fördert materialtechnische Innovationsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft. Das Fachprogramm Neue Werkstoffe in Bayern ist auf Material herstellende und verarbeitende Unternehmen ausgerichtet und unterstützt Technologietransfer und die Zusammenarbeit in Werkstoff-Clustern. Firmenübergreifende F&E-Projekte können als Verbundvorhaben mit staatlichen Zuschüssen gefördert werden. Projektpartner sind gewerbliche Unternehmen und materialwissenschaftliche Institute.
Informationsmaterial
In der Firmendatenbank „Key Technologies in Bayern“ finden Sie Informationen zu in Bayern tätigen Unternehmen aus dem Bereich Neue Werkstoffe.



