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Automotive
Der Automobilbau gehört zu den Kernkompetenzen der bayerischen Industrie und besitzt eine lange Tradition im Freistaat. So erfand Rudolph Diesel 1893 in Augsburg seinen selbstzündenden Motor.
Standort Bayern
Bayern ist weltweit einer der führenden Automobilstandorte im Premium-Segment. Die bayerischen Automobilhersteller, Audi in Ingolstadt und BMW in München, gehören zu den erfolgreichsten und fortschrittlichsten der Welt. Sie erzielen mit hochwertigen und sportlichen Fahrzeugen trotz der weltweit schwierigen Branchenlage Rekordzahlen am Markt. Dieser Erfolg beruht auf konsequenter Innovation. Zum Beispiel beim Einsatz neuer Materialien, bei modernen Informations- und Assistenzsystemen, bei der Reduktion des Kraftstoffverbrauchs oder der Schadstoffemissionen sind bayerische Autobauer an der Spitze. Beim Design bestimmen sie weltweite Trends.
Auch im Nutzfahrzeugsegment ist Bayern führender Standort. LKW und Busse des MAN-Konzerns genießen aufgrund innovativer Technik und höchster Qualität einen exzellenten Ruf und behaupten sich auch im momentan schwierigen konjunkturellen Umfeld. Mit seiner modernen Produktpalette sieht MAN der weiteren Zukunft zuversichtlich entgegen.
Rund 25 Prozent der deutschen Patentanmeldungen im Fahrzeugbau und 16,3 Prozent der Automobilzulieferer kommen aus dem Freistaat: Kraftfahrzeuge „Made in Bavaria“ sind attraktive Spitzenprodukte mit weltweitem Prestige: Fast zwei Drittel des Umsatzes werden im Ausland erzielt. Etwa 16 Prozent aller Arbeitsplätze in der bayerischen Industrie entfallen auf die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Die Branche beschäftigt circa 180.000 Personen. Hinzu kommen zahlreiche Beschäftigte in verbundenen Produktions- und Dienstleistungsbereichen.
Die Automobilindustrie ist damit Bayerns umsatzstärkste Industriebranche (25 Prozent des Industrieumsatzes). Ihre Spitzenleistungen können die bayerischen Automobilbauer nur mit einem Netzwerk hervorragender Zulieferer erzielen. Insgesamt sind in Bayern rund 1000 Unternehmen in der Automobilbranche aktiv - davon etwa 180 „Tier 1-4“ Zulieferbetriebe.
Von den „Top 100“ Automobilzulieferern der Welt haben vier ihren Hauptsitz in Bayern (Brose, INA, Sachs, Webasto ZF). Bayern ist die Heimat namhafter Traditionsunternehmen wie Dräxlmaier (Interieur, Elektronik), FTE Automotive (Brems- und Kupplungssysteme), Leoni (Kabel), Rehau (Kunststoffe) oder Scherdel (Federn).
Alle bedeutenden internationalen Konzerne haben Niederlassungen in Bayern (zum Beispiel Arvin Meritor, Bosch, Controls, Delphi, Denso, Faurecia, Federal Mogul, INTIER, Lear, Johnson TRW Automotive VALEO). Viele mittlere und kleine Unternehmen nutzen den starken Standort und stehen als leistungsfähige Partner für Speziallösungen zur Verfügung.
Branchenumfeld
Umfassende Zulieferkompetenz
Die bayerischen Automobilhersteller und das breite Technologie- und Produktspektrum der Zulieferer bieten ein optimales Markt- und Kooperationspotenzial.
Die Kernkompetenzen der bayerischen Automobilzulieferer liegen in den Bereichen
- Elektronik und Elektrotechnik
- Maschinenbau und Antriebssysteme
- IT und Software
- Metallbearbeitung und Leichtbau
- Kunststoffverarbeitung
- Textilien und Chemiefasern
- Keramik und Glas
Logistikkompetenz „just in time“
Zulieferung und Logistik sind in Bayern nahtlos verbunden. Innovative Lösungen zu Logistikanforderungen haben hier eine lange Tradition.
- Leistungsfähige Großunternehmen für das gesamte logistische Leistungsspektrum
- Eine Vielzahl mittelständischer Betriebe auch für Speziallösungen
- Entwicklungskompetenz und moderne Lösungen für anspruchsvolle Anforderungen des „supply chain management“ von Automobilherstellern
Gebündelte Kompetenz: Neue Werkstoffe
Leistungsfähige Werkstoffe sind vielfach die Voraussetzung für weltmarktfähige Produkt- und Verfahrensinnovationen in der Automobilbranche. Das Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern ist nur ein Beispiel dafür, dass Bayern auf wichtige Akzente in dieser Schlüsselindustrie setzt.
Forschungs-, Ausbildungsumfeld
Die bayerischen Universitäten bieten automobilspezifisches Know-how und Erfahrung mit Industrieprojekten. Für die anwendungsnahe Entwicklung stehen der Automobilbranche die bayerischen Fachhochschulen als Partner zur Verfügung.
Weitere Informationen zu den einzelnen Lehrstühlen der Universitäten und Fachhochschulen finden Sie auf den Seiten der Innovations- und Kooperationsinitiative Automobilzulieferindustrie BAIKA.
Darüber hinaus stehen den Unternehmen renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen als Partner zur Verfügung: Das umfassende automobilspezifische Angebot der Universitäten und Fachhochschulen sorgt für ausgezeichnet qualifiziertes und hoch motiviertes Arbeitskräftepotential für die Unternehmen der Branche. Auch auf Ebene der Ausbildung gibt es zahlreiche automobilbezogene Ausbildungsangebote in allen Regionen Bayerns.
Netzwerke
Die Beherrschung der Komplexität des Automobils erfordert die Zusammenarbeit über Branchen und Technologien hinweg, ob in Leichtbau und Antriebstechnik, Mechatronik und Bordelektronik oder in Gestaltung und Design.
Diesen Prozess unterstützt seit 1997 die von der Bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufene Innovations- und Kooperationsinitiative Automobilzulieferindustrie BAIKA. Auf Kongressen, Kooperationstreffen und über Internetportale werden Hersteller, Zulieferer, Quereinsteiger und Forschungsinstitute themenspezifisch zusammen geführt zur Anbahnung von Kooperationen für neue Entwicklungen.
Das Netzwerk BAIKA umfasst heute 2.000 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen aus 50 Ländern, davon alleine rund 1.000 aus Bayern.
Einen Schritt weiter geht der Cluster Automotive, der im Rahmen der Cluster-Initiative „Allianz Bayern Innovativ“ von der Bayerischen Staatsregierung im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde. Durch eine noch intensivere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft in Bayern werden neue Potenziale regionaler Wertschöpfung erschlossen. Die projektorientierte Zusammenarbeit unter Nutzung räumlicher Nähe bietet dabei besondere Vorteile im globalen Wettbewerb hinsichtlich Schnelligkeit in der Entwicklung und Flexibilität in der Produktion.
Das Management des Clusters Automotive liegt in der Hand der Bayern Innovativ GmbH und setzt über Synergien mit BAIKA bereits neue deutliche Akzente.
Initiativen und Programme
Automobilzuliefererpark Hochfranken mit Technikum
Eine zentrale Bedeutung im bayerischen Konzept zur Stärkung der Automobilindustrie kommt dem Automobilzuliefererpark mit dem Kern eines Technikums in Hochfranken zu. Die Unternehmen können im Automobilzulieferpark in direkter Zusammenarbeit mit bayerischen Forschungseinrichtungen innovative Lösungen entwickeln, sie vor Ort testen und von der Klein- bis zur Großserie produzieren. Das Automobiltechnikum ermöglicht die Realisierung von Kosten-, Innovations- und Zeitvorteilen.
Eine attraktive und flexibel auf die Bedürfnisse von Nutzern abstimmbare Ausrüstung, ein interessantes Branchenumfeld und der Zugang zu umfassenden Netzwerken machen das Automobiltechnikum Hochfranken mit dem angrenzenden Zuliefererpark zu einer idealen Basis für ein Engagement in Bayern, Deutschland und Europa.
Informationsmaterial
In der Firmendatenbank „Key Technologies in Bayern“ finden Sie Informationen zu in Bayern tätigen Automobilindustrie-Unternehmen.



