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Finanzdienstleistungen
Finanzdienstleistung ist mehr als die Bereitstellung von Krediten und die Vermittlung von Bausparverträgen und Versicherungen.
Standort Bayern
Die Finanzwirtschaft beschäftigt in Bayern rund 179.000 Mitarbeiter. Ihre Vielseitigkeit zeigt sich sowohl bei klassischen Bank- und Versicherungsgeschäften wie auch bei der Vermögensverwaltung und spezialisierten Finanzierungslösungen in den Bereichen Risikokapital, Leasing und Factoring. Mit rund 100 Versicherungsunternehmen ist Bayern einer der weltweit führenden Versicherungsstandorte.
Die reale Bruttowertschöpfung des Banken- und Versicherungssektors legte in Bayern seit Beginn der 90er Jahre um 59 Prozent zu. Bezieht man sich auf die Bruttowertschöpfung zusammengefasster Wirtschaftsbereiche, macht der Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistung mit über 30 Prozent den größten Anteil der Bruttowertschöpfung in Bayern aus.
Branchenumfeld
Mit den Versicherungsgesellschaften ist auch eine beträchtliche Anzahl von angegliederten Unternehmen, die ebenfalls dem Versicherungssektor zuzuzählen sind, in Bayern ansässig. Nach der Umsatzsteuerstatistik des Jahres 2006 sind hiernach über 2.000 Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit mit dem Versicherungsgewerbe verbunden ist, in Bayern registriert.
Wer profitiert bereits von den Standortvorteilen Bayerns?
• Allianz AG
• Börse München
• Bayerische Beamtenversicherung
• Münchener Rück
• D.A.S.
• Nürnberger Versicherungsgruppe
• HUK Coburg
• Münchner Hypothekenbank eG
Forschungs-, Ausbildungsumfeld
Bayern verfügt über 11 Universitäten, 17 Fachhochschulen, drei Großforschungseinrichtungen, 11 Max-Planck-Institute und zehn Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der Einführung von speziellen Master-Studiengängen an bayerischen akademischen Einrichtungen ist es Studierenden möglich, besondere Qualifikationen zu erwerben und sich im internationalen Absolventenwettbewerb zu positionieren. Die Einführung dualer Studiengänge an bayerischen Fachhochschulen und ihren Partnerunternehmen stellt eine Erweiterung des bayerischen Studienangebotes an den Fachhochschulen dar und soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.
Praxisrelevante Forschung und Lehre für den wirtschaftlichen Bereich ist an den bayerischen Universitäten an einer ganzen Reihe von Institutionen angesiedelt. Hierunter befinden sich zahlreiche wirtschaftsrelevante Lehreinrichtungen aus den Fachbereichen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften, teilweise auch auf dem Gebiet der Wirtschaftsinformatik und des Wirtschaftsingenieurwesens.
Netzwerke
Das Bayerische Finanz Zentrum e.V. vernetzt als Clusterplattform Versicherungsunternehmen, Kreditinstitute, die Börse, Asset-Management-Spezialisten und Private-Equity-Häuser mit der Wissenschaft. Die Transparenz über das bestehende Lehr- und Forschungsangebot an bayerischen Hochschulen wird erhöht und anwendungsorientierte Forschungsvorhaben im Finanzdienstleistungsbereich werden über Projektkooperationen koordiniert.
Als Präsidenten leiten Prof. Dr. Wolfgang Gerke und Prof. Dr. Elmar Helten das Bayerische Finanz Zentrum
Schwerpunktthemen:
- Zusammenführung vorhandener Forschungskapazitäten mit dem Know-how der Finanzwirtschaft
- Förderung der Transparenz der Forschung in den Finanzdienstleistungen zur schnelleren Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen
- Initiierung von Projekten und Studien mit Praxispartnern aus der Wirtschaft
- Förderung von akademischem Fach- und Führungsnachwuchs
Aktivitäten des Bayerischen Finanz Zentrums:
Praxisorientierte Innovationen - Projektkooperationen
Begleitung des Aufbaus von Praxiskonsortien und die Durchführung von produktorientierten Lösungen aktueller Fragestellungen aus dem Finanzbereich.
Austausch von Wissenschaft und Praxis - Veranstaltungen
Begleitung und Organisation von Konferenzen und Seminare zu ausgewählten Finanzthemen.
Qualifizierter Nachwuchs - Karrierezentrum
Mit dem Karrierezentrum entsteht eine Webanwendung zur Förderung von akademischem Fach- und Führungsnachwuchs im Finanzbereich.
Wissenschaftliche Kapazitäten - Bestandsaufnahme
Steigerung der Transparenz über das bestehende und mögliche Ausbildungs- und Forschungsangebot an den Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Bayern.
Standorte
Die bayerischen Versicherer weisen im innerdeutschen Vergleich mit anderen Bundesländern einen konstant hohen Marktanteil von rund 30 Prozent am deutschen Gesamtversicherungsmarkt auf. Unter den deutschen Großstädten ist München mit insgesamt 29.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern im Versicherungsgewerbe gegenwärtig der bedeutendste nationale Versicherungsplatz. München ist in Deutschland Versicherungsplatz Nr. 1 und Bankenplatz Nr. 2. Die stärksten Arbeitgeber im Versicherungssektor sind im Großraum München agglomeriert, auf die beiden weiteren großen Versicherungsstandorte Nürnberg und Coburg entfallen mit insgesamt über 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 20 Prozent aller Beschäftigten im bayerischen Versicherungsgewerbe.
Metropolregion Nürnberg
Mit dem Aufbau der Geschäftsstelle Nürnberg leistet das Bayerische Finanz Zentrum einen Beitrag zur Bildung und Förderung von Netzwerkaktivitäten der insbesondere in Nordbayern angesiedelten Akteure zur Erschließung des vorhandenen finanzwirtschaftlichen Potenzials der Metropolregion. Zusätzlich zu ihrer Funktion als Projektkoordinationsstelle soll die Geschäftsstelle Nürnberg in Zukunft auch Ausrichter einer regelmäßigen Gesprächsrunde regionaler Wirtschaftsakteure aus dem Bereich finanznaher Unternehmen sein. Die Niederlassung setzt neue Impulse für Nordbayern und wurde mit dem Ziel gegründet, die vorhandenen Institutionen im Finanzdienstleistungsbereich zu vernetzen.
Die Metropolregion verfügt über sehr gute Ausgangsbedingungen in Lehre und Forschung. Unter anderem sind hier vier Universitäten und zehn Fachhochschulen beheimatet. Mit den nordbayerischen Versicherungen und Kreditinstituten findet sich auf der Seite der Wirtschaft ein schlagkräftiges Pendant.
Finanzplatz München
An der Finanzplatz München Initiative (FPMI) beteiligen sich hochrangige Vertreter von Kreditwirtschaft, Versicherungen, Venture-Capital Unternehmen, Bayerische Börse AG, Kammern und Wirtschaftsverbänden sowie aus der Wissenschaft. Die Aktivitäten des Bayerischen Finanz Zentrums werden in enger Abstimmung mit der FPMI entfaltet, die Mitglieder der FPMI sind zu einem großen Teil auch Mitglieder des Kuratoriums des BFZ in Personalunion.
Die Initiative widmet sich insbesondere folgenden Themen:
- Bündelung der am Finanzplatz stattfindenden Aktivitäten
- Standortmarketing
- Vertretung der Interessen des Finanzplatzes nach außen, vor allem gegenüber dem Bund und der EU
- Vernetzung von Finanzwirtschaft und Finanzwissenschaft, Förderung der Bildungs- und Forschungseinrichtungen
- Sicherstellung der Kapitalversorgung der Unternehmen, vor allem des Mittelstands
- Weiterentwicklung der Börse München
Initiativen und Programme
Für Bayern bestehen zahlreiche Initiativen, deren Aktivitäten auf die Verbesserung der Standortqualität abzielen. Dabei werden regionale Aktionsprogramme angestoßen, vorhandenes Know-how gebündelt und auch Marketingmaßnahmen für den Standort Bayern entwickelt.
Initiativen im Bereich Unternehmensgründungen
Mit dem Existenzgründerpakt Bayern soll ein Portal geschaffen werden, mit dem die Aktivitäten der für das Gründungsgeschehen wichtigen Institutionen erstmals vernetzt werden. Das primäre Ziel der Initiative besteht in einer engeren Vernetzung und verstärkten Kooperation der zahlreichen Partner untereinander. Insbesondere werden Fragen angesprochen, die sich mit der Existenzgründung sowie der Unternehmensnachfolge befassen.
Ebenfalls auf dem Gebiet der Unternehmensgründungen ist der Münchener Business Plan Wettbewerb (MBPW) tätig, der die Durchführung der gleichnamigen Wettbewerbe organisiert. Über 480 Unternehmen wurden mit Unterstützung des MBPW gegründet und finanziert. Daraus entstanden 3.250 neue Arbeitsplätze und es wurden ca. 330 Mio. Euro in diese Unternehmen investiert.
Das netzwerk|nordbayern stellt das Pendant des Münchener Business Plan Wettbewerbs für Nordbayern dar. Die Initiative begleitet Unternehmen bei der Erstellung von Businessplänen sowie bei der Kapital- und Kontaktvermittlung. Das netzwerk|nordbayern vermittelt zudem Unternehmen mit Business Angels, Venture-Capital-Gesellschaften, Kreditinstituten, staatlichen Förderinstituten und strategischen Investoren aus dem eigenen Netzwerk. Über das netzwerk|nordbayern wurden 450 Unternehmen gegründet.
BaFin
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine selbstständige Bundesanstalt. Sie untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Die BaFin beaufsichtigt und kontrolliert als Finanzmarktaufsichtsbehörde im Rahmen einer Allfinanzaufsicht alle Bereiche des Finanzwesens in Deutschland. Die Hauptaufgabe der BaFin ist die Aufsicht über Banken, Versicherungen und den Handel mit Wertpapieren in Deutschland. Damit sollen die Funktionsfähigkeit, Integrität und Stabilität des deutschen Finanzsystems sichergestellt werden.
Deutsche Bundesbank
Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland und damit die „Bank der Banken“. Zentrales Geschäftsfeld ist die Geldpolitik des Eurosystems. Zu den weiteren Kerngeschäftsfeldern gehören das Finanz- und Währungssystem, die Bankenaufsicht, der unbare Zahlungsverkehr sowie das Bargeld. Sitz der Zentrale der Bundesbank ist Frankfurt am Main. Die Bundesbank unterhält zudem eine Hauptverwaltung in München und 5 weitere Filialen in Bayern.
Informationsmaterial
In der Firmendatenbank „Key Technologies in Bayern“ finden Sie Informationen zu in Bayern tätigen Unternehmen aus dem Bereich Finanzdienstleistungen.


